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Martin Freeman: Vom Lichtdouble zum Held des Auenlands

Jetzt zeigt er seine gruselige Seite

Martin Freeman: Vom Lichtdouble zum Held des Auenlands

Gerade ist wieder gut Gruseln in deutschen Kinos, denn der Horrorstreifen "Ghost Stories" bringt uns auf der großen Leinwand gehörig das Fürchten bei. Mit dabei ist Martin Freeman. Er verkörpert den geheimnisvollen Geschäftsmann Mike Priddle, der in den eigenen vier Wänden Zeuge paranormaler Vorfälle wurde. Wer den Trailer gesehen hat, weiß: Hier ist Gänsehaut vorprogrammiert!

Auch Martin Freemans Auftritt ist absolut sehenswert. Schließlich hat der Brite bereits in Filmen und Serien diverser Genres bewiesen, dass er ein erstklassiger Schauspieler ist. Hier erfahren Sie, wie dem jüngsten von fünf Geschwistern der große Durchbruch gelang, und lernen sieben seiner sehenswertesten Performances kennen.

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1. The Office

Serienjunkies mit schwarzem Humor kommen an dieser TV-Serie nicht vorbei. Die britische Mockumentary „The Office“ trieft vor grenzwertigen Witzen – das perfekte Ambiente für Martin Freeman. Der hatte seine Leidenschaft für die Schauspielerei bereits als Teenager entdeckt, war einer Theatergruppe beigetreten und hatte später in London Schauspielkunst studiert. Dann ergatterte er nach einigen kleineren Aufträgen die Rolle des Tom in "The Office".

Für Freeman war die TV-Serie ein Sprungbrett. "Nach 'The Office' dachten viele, ich sei ein Stand-up-Comedian. Doch ich wollte immer lieber ein guter Schauspieler sein, der auch lustig sein kann, als ein Comedian", erinnert sich der Schauspieler.

2. Tatsächlich … Liebe

Richtig bekannt wurde Freeman an der Seite seiner Kollegin Joanna Page im Episodenfilm "Tatsächlich… Liebe" (2003). Darin spielt er John, ein Lichtdouble, der sich bei den Dreharbeiten für einen Pornofilm in seine Lichtdouble-Partnerin verliebt. Da sind peinliche Momente natürlich vorprogrammiert. Dennoch überzeugt Freeman in dieser bizarren Rolle, und John wird schließlich mit einem Happy End belohnt, das ihn nicht ans nächste Porno-Set führt, sondern zu einem Krippenspiel. Auch für Freeman entpuppte sich die Rolle als Glücksgriff: Der Film wurde zum Kassenschlager und verschaffte ihm mehr Bekanntheit. Obwohl es für seine Karriere seitdem steil bergauf geht, ist über sein Privatleben nur wenig bekannt.

3. Per Anhalter durch die Galaxis

Nach weiteren kleinen Rollen erhielt der Engländer, der mit vollem Namen Martin John Christopher Freeman heißt, endlich eine ernstzunehmende Hauptrolle in einer weltweit bekannten, britischen Science-Fiction-Komödie. Die Rede ist von "Per Anhalter durch die Galaxis" (2005). Darin verkörpert Freeman den einsamen Spießer Arthur Dent, der von lärmenden Bulldozern dazu gezwungen wird, aus seinem Alltagstrott auszubrechen. Für den Bau einer intergalaktischen Umgehungsstraße muss sein Haus weichen. Und nicht nur seins, die ganze Erde wird kurzerhand in die Luft gesprengt. Für den überrumpelten Arthur ist das der Beginn einer Reise voller Gefahren durch die Galaxis. Dabei trifft er nicht nur die Liebe seines Lebens (gespielt von Zooey Deschanel), sondern lernt, über sich hinauszuwachsen und sich Herausforderungen mutig zu stellen.

4. Sherlock

Spätestens seit der britischen Fernsehserie "Sherlock" gilt Martin Freeman auch als ernstzunehmender Serien-Star. In der Rolle des hinkenden Dr. Watson, eines ehemaligen Militärarztes, hilft er dem genialen Privatdetektiv Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) beim Knacken von eigentlich unlösbaren Fällen. Im Laufe der Jahre entwickelt er sich vom Tollpatsch zum besten Freund des berühmten Detektivs und trägt viel zum Humor und Charme der Serie bei.

Heute ist "Sherlock" ohne ihn undenkbar. Doch für Freeman war der Weg zu Dr. Watson gar nicht so einfach: "Ich musste zu zwei Vorsprechen, bevor ich die Rolle bekam", erzählt er im Interview mit dem Online-Magazin "Variety". "Mein Manager sagte mir, dass sie mich hassten und für einen launischen Arsch hielten." Erst beim zweiten Versuch hatte er Glück.

5. Der Hobbit

Mit der dreiteiligen Buch-Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Roman "Der Hobbit" aus dem Jahre 1937 schaffte Martin Freeman es endlich auf die ganz große Hollywood-Leinwand. Als Bilbo Beutlin verzauberte er weltweit Millionen Zuschauer. In "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" (2012) macht er sich auf eine gefährliche Reise. An der Seite des Zauberers Gandalf (Ian McKellen) soll er 13 Zwergen helfen, ihren Heimatberg Erebor aus den Klauen des gierigen Drachen Smaug zurückzuerobern. Schnell beweist der scheue Hobbit, dass er mehr Mumm besitzt als alle – und nicht zuletzt er selbst – erwartet hatten. Die Zuschauer schlossen Bilbo genauso schnell ins Herz wie dessen Schauspieler. Darum fieberten sie auch in den Fortsetzungen "Der Hobbit: Smaugs Einöde (2013)" und "Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere" (2014) mit dem liebenswürdigen Hobbit mit.

Martin Freeman wurde für diese Rolle nicht nur mit weltweiter Berühmtheit belohnt, sondern auch mit einigen Auszeichnungen. Allein für den ersten Teil der Fantasy-Reihe erhielt er den Empire Award für den besten Darsteller sowie den MTV Movie Award für den besten Helden. Privat lief es für ihn leider nicht so gut: Der Dreh belastete seine Beziehung mit Langzeitpartnerin Amanda Abbington. Sie lebte mit den beiden gemeinsamen Kindern weiter in London, während Freeman meist woanders arbeitete. 2016 trennte sich das Paar schließlich freundschaftlich, in der Fernsehserie "Sherlock" stehen sie jedoch immer noch Seite an Seite als Ehepaar John und Mary Watson vor der Kamera.

6. The World’s End

Zwischen den ersten beiden Teilen der "Hobbit"-Trilogie kam eine weitere britische Komödie mit Martin Freeman in einer Hauptrolle in die Kinos: "The World's End" (2013). Darin verkörpert er einen von fünf Jugendfreunden (Simon Pegg, Nick Frost, Paddy Considine und Eddie Marsan spielen die anderen vier), die in ihre Heimatstadt zurückkehren, um eine Kneipentour durch zwölf Pubs zu beenden, die sie vor Jahren angefangen, aber nie bis zum Schluss durchgezogen hatten. Als einer der vier Männer versehentlich einem Jugendlichen den Kopf abschlägt, wird ihnen klar: Die Stadt wurde von Robotern übernommen. Um nicht aufzufallen und mehr Informationen zu sammeln, setzen die vier Chaoten ihre Kneipentour "unauffällig" fort. Doch das Ganze schlägt in eine wilde und tollpatschige Jagd ums Überleben um, bis es im letzten Pub der Kneipentour mit dem Namen "The World's End" zum finalen Showdown kommt.

7. Fargo

Die Netflix-Serie basiert auf dem gleichnamigen Film der Coen-Brüder von 1996 und schwankt zwischen Krimi, Drama und schwarzer Komödie. Klar ist aber: "Fargo" (seit 2014) brilliert mit hervorragenden Schauspielern und einer spannungsgeladenen Atmosphäre. Freeman mimt mal einen langweiligen Büroangestellten, mal einen psychisch angeknacksten Ehemann, einen eiskalten Killer oder einen arroganten Geschäftsmann. Als Zuschauer kauft man ihm all diese unterschiedlichen Facetten völlig ab und ist regelrecht fassungslos angesichts der persönlichen Entwicklung seiner Figur. Ein Muss für jeden Krimi- und Thriller-Fan!

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Autor: Simone Jung