Anzeige
Robert Rodriguez: Der Star-affine Hollywood-Rebell wird 50

Bekannt für "Sin City", "Machete" und "Spy Kids"

Robert Rodriguez: Der Star-affine Hollywood-Rebell wird 50

Regisseur Robert Rodriguez wird heute ein halbes Jahrhundert alt. Der US-amerikanische Film-Allrounder mit mexikanischen Wurzeln ist bekannt für eigenwillige Geschichten mit einem Hang zu ironisch und offensiv inszenierter Gewalt. Für seine Produktionen holt er die Größen Hollywoods vor die Kamera.

Bruce Willis, Jessica Alba, Elijah Wood, Antonio Banderas, Johnny Depp – die Liste berühmter Köpfe, die Rodriguez vor der Linse hatte, ist lang. Und obwohl er zu den erfolgreichsten Regisseuren Hollywoods zählt, gilt er als Rebell. Mit seinem eigenen Studio in Austin und seiner Leidenschaft für alle Facetten des Filmemachens realisiert er Geschichten, die sich von der Masse an Hollywood-Produktionen absetzen.

"El Mariachi" – mit wenig Geld zum großen Erfolg

So legte er auch im Alleingang den Grundstein für seinen Erfolg. Im Jahr 1992 wurde er durch den Low-Budget-Film "El Mariachi" bekannt. Dafür schrieb er das Drehbuch, führte Regie, stand hinter der Kamera und übernahm den Schnitt sowie die Produktion. Finanziert hat Rodriguez den 7.000 Dollar günstigen Dreh einerseits durch die Einnahmen seines Kurzfilmes "Bedhead", mit dem er 1991 mehrere Bargeldpreise gewann. 3.000 Dollar der Ausgaben deckte er durch Gelder, die er für 30 Tage als "menschliche Laborratte" bekam. Er verdiente 100 Dollar pro Tag beim Testen eines Cholesterin-senkenden Medikamentes. Da er währenddessen im Labor bleiben musste, schrieb er den Großteil des Drehbuches dort.

Für "El Mariachi" gewann Rodriguez sieben Preise. Unter anderem wurde ihm 2015 ein "Guiness World Record Award" verliehen, da er mit dem niedrigsten Budget über eine Million Dollar Einnahmen in den USA generierte. Aus dem Film entstand eine Trilogie: 1995 folgte "Desperado", bei dem Selma Hayek ihren ersten größeren Auftritt in einem amerikanischen Film bekam.

Antonio Banderas spielte die Hauptrolle, zudem wirkte Danny Trejo mit, der später im trashigen Action-Streifen "Machete" (2006) eine Hauptrolle bekam. 2003 schloss Rodriguez seine "Mariachi-Trilogie" mit "Irgendwann in Mexico" ab, und stellte neben Banderas mit Johnny Depp, William Dafoe, Enrique Iglesias und Mickey Rourke ein wahres Star-Ensemble auf.

Mit Quentin Tarantino im "Grindhouse"

Neben den großen Schauspiel-Ikonen ist Regisseur Quentin Tarantino in einigen von Rodriguez' Filmen zu sehen. Im Gangster-Road-Horror-Splatter-Movie "From Dusk Till Dawn" aus dem Jahr 1996 spielt Tarantino sogar eine Hauptrolle neben George Clooney. Privat verbindet die beiden eine langjährige Freundschaft. Im Jahr 2007 produzierten sie gemeinsam das Double Feature "Grindhouse", das in Deutschland geteilt wurde – hierzulande ist Tarantinos "Death Proof" und Rodriguez "Planet Terror" separat in die Kinos gekommen. Der Begriff "Grindhouse" bezeichnete übrigens eine Art Kino in den USA, das vor allem B-Movies und Exploitationfilme zeigte.

Mit der Comic-Verfilmung "Sin City" aus dem Jahr 2005 konnte Robert Rodriguez besonders durch die visuelle Umsetzung begeistern. Der Film ist in schwarz-weiß gehalten, nur wichtige Elemente werden farbig dargestellt. Dafür wurde er beim Filmfestival von Cannes mit dem "Technical Grand Prize" ausgezeichnet.

Machete: Vom Fake-Trailer zur Trilogie

2013 gründete Rodriguez seinen eigenen Fernsehsender "El Rey Network". Die erste Eigenproduktion des Senders war die Serienumsetzung von "From Dusk Till Dawn". Derzeit arbeitet Rodriguez am dritten Teil seiner "Machete"-Filme mit Danny Trejo in der Hauptrolle: "Machete Kills in Space". Der erste Teil war eine Umsetzung eines Fake-Trailers, der im Vorfeld von "Planet Terror" gezeigt wurde.

Wegen starker positiver Resonanz entschloss er sich, den Trailer zu einem eigenständigen Spielfilm zu erweitern. Auch hier bringt Rodriguez ein beeindruckendes Star-Gespann auf die Leinwand: Steven Seagal, Jessica Alba und Robert De Niro metzeln und ballern in dem Exploitationfilm mit. Der zweite Teil "Machete Kills" (2013) wurde übrigens in Rekordzeit abgedreht: Die Dreharbeiten dauerten nur 29 Tage. Rodriguez kann neben brutaler Action auch Familienunterhaltung: Bei der Actionkomödie "Spy Kids" (2001) und allen bisherigen Nachfolgern führte er Regie.

Lesen Sie auch:

Autor: Martin Haase